Reisebericht Teil 11

Reisebericht Teil 11:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Karaoke, Eier und European Features!

Bevor ich nach Busan aufbrechen sollte, gab es Sonntag Abend noch eine spontane Karaokesession mit Mr. Bong und ja es war genau so wie Ihr euch Karaoke mit Asiaten vorstellt! Von Rock über Hip Hop bis hin zu K-Pop (Korea-Pop) wurde alles gesungen. Der Einzige der meine schlechte Gesangseinlage in Form von „Rammsteins – Du Hast“ noch überboten hat, war Mr. Bong. Er performte „Abbas – Dancing Queen“ in der Rumpelstilzchenversion, gesanglich war es melancholisch kreischend und performancetechnisch war es auf den Boden stampfend und herumspringend wie eben jenes Märchenwesen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Zug einmal quer durch Südkorea, was mit dem normalen Zug gute 5 Stunden gedauert hat. Mit dem teueren Schnellzug (eine Art TGV) hätte es nur 2,5 Stunden gedauert, leider kostete der mehr als das Doppelte ca. 50 €.

Im Hostel lernte ich nach meiner Ankunft einen Typen kennen, dessen Namen ich leider vergessen habe, jedoch nicht seine Geschichte. Wieso? Weil sie irgendwie kurios war. Er war Franzose, hat in Thailand studiert, bereiste Südkorea und Japan, lebt in China wo er an der Universität Englisch unterrichtet.

Am darauf folgenden Tag machten wir dann auch einen Nachmittag lang zusammen die Stadt unsicher, bevor er Tags darauf abreiste. Besonders lustig wurde es, wie sollte es auch anders sein, am UN War Cementery. Die Soldaten die als Wachen am Eingang standen, kamen sofort aufgeregt und in Bereitschaft versetzt auf mich zu und fragten woher ich denn komme. Als ich sagte aus Deutschland, war anscheinend alles wieder OK, was ich etwas komisch fand, da ich ja alles hätte sagen können, noch dazu haben sie nicht einmal meinen Rucksack kontrolliert, da war ich dann schon etwas enttäuscht! Trotzdem folgte und beobachtete uns einige Male ein Mann von der Security der mit einem Roller seine Runden drehte.

Seltsam wurde es dann auch am nächsten Tag als ich alleine im Museum of Art war. Ein Mädchen fiel die Treppe hinunter und das Erste was der Museumsmitarbeiter machte, war nicht etwa zu fragen ob es ihr gut geht, Nein, er hat Sie erst einmal ziemlich böse ausgeschimpft. Komisches Volk hier.

Die nächsten Tage bestanden dann wieder aus vielen Spaziergängen um die Stadt zu erkunden, wie z. B. das Künstlerdorf (das ihr auf den Fotos seht), dem Hafen und diversen Märkten.

Viel interessanter in diesen Tagen in Busan war der Sport. Nicht nur der Superbowl war ein Highlight, sondern auch der Fakt, dass einige Bundesligaspiele im Koreanischen Free TV gezeigt wurden, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte.

Was mir hingegen entging, war der Diebstahl meiner Seife.

Nichts desto trotz und erstmal ohne Seife, ging es dann nach über einer Woche Busan für zweieinhalb Tage weiter nach Gyeong-Ju, bevor es nach Seoul zurückgehen sollte. Gyeong-Ju liegt nur etwas über 1 Stunde von Busan entfernt. Das Hostel hier war toll, es gab nämlich nicht nur wie fast überall Kaffee, Tee und Toast umsonst, sondern auch noch EIER for free, da ließ der Arme Ritter mehr als nur einmal am Tag grüßen. Ach ja und sie hatten eine PRETZELSNACKBOX!!!

Ansonsten gabs wie überall nur Tempel und Museen gepaart mit viel Laufarbeit. Der einzige Unterschied zu anderen Orten war die anschließende Entspannung für meine Füße im Hostel, denn dort lief die Fußbodenheizung auf der Stufe „heiß wie Hölle“, was nach einem langen Tag in der Kälte sehr wohltuend war. Außerdem fand ich im Bücherregal mehrere Comicbücher die verschiedenste Länder in ihren Eigenschaften und -arten erklärten, unter anderem auch Deutschland (siehe Fotos). Gar keine so dumme Idee und sie waren auch gut gemacht.

Zurück in Seoul erwarteten mich bereits Calvin und Bradley, wir gingen sogleich mit noch ein paar Anderen auf eine Runde Chicken and Beer in eines der Restaurants um die Ecke. Allgemein lebt es sich hier in Korea ziemlich gut und ich fühle mich im Bong House wie Zuhause. Deßhalb werde ich wohl noch ein bißchen hier bleiben und Seoul weiter erkunden. Sogar die Waage hier ist toll und zeigt ein gleich einige (viele)  Kilo weniger an (siehe Foto), was einem nicht nur  ein besseres Gefühl gibt, sondern auch das schlechte Gewissen vertreibt wenn man sich an einem faulen Tag das erste Mal auf der Reise einen Burger (vorher nur mal einen Salat) von MC Donalds holt. Zumindest sind wir bei -10° Celsius noch selbst aufgestanden und hingelaufen, was wir gar nicht hätten machen müssen, da es in Korea einen Mc Donalds Lieferservice gibt und sogar spezielle Verpackungen für einige Burger damit sie in Form bleiben (siehe Fotos).

Die letzten Tage waren wie gerade schon angesprochen, aufgrund des Wetters dann zumindest aus kultureller Sicht ziemlich faul und ereignislos. Trotzdem gab es ein kleines und ein großes Highlights.

Zuerst das Große!

Als ich in der U-Bahn Richtung Bonghouse unterwegs war, sah ich drei junge europäische Mädels, wie sich herausstellten sollte übernachteten sie auch im gleichen Haus und kamen aus Deutschland. Ich gab mich nicht als Deutscher zu erkennen und so konnte ich doch einige lustige Gespräche auf Deutsch mit anhören, speziell über eine Fernsehserie deren Namen ich hier nicht nennen möchte. Am nächsten Tag bekam ich dann mit wie Calvin erzählte wer alles im Haus Deutsch ist (da noch zwei weitere Deutsche mit chinesischen Wurzeln da waren) und ich dachte meine Tarnung wäre aufgeflogen, aber dem war nicht so. Als ich nämlich zurück an den Tisch kam und mich setzte, sagte eines der Mädchen es müsse hier noch einen weiteren Deutschen geben der Bernd heißt und so unterhielt ich mich dann weiter mit Ihnen auf Englisch. Erst spät nachts in der Disco als wir gerade am gehen waren hat mich anscheinend Bradley verraten und so kam die Kleinste von allen auf mich zu und fragte ob ich Deutsch könne? Anfänglich versuchte ich ihr noch in gebrochenem Deutsch etwas vorzugaukeln, aber schlussendlich gab ich es dann zu und mich selbst als Bernd zu erkennen, wofür ich anschließend ein paar Hiebe auf den Oberarm kassierte und mich als Arsch beschimpfen lassen durfte. Was aber eher lustig gemeint war, da sie mir auf den Leim gegangen sind. Auch wenn es aus Ihrer Sicht im ersten Moment gemein war, empfand ich es als sehr lustig, schließlich hatten sie mich ja auch nie gefragt woher ich komme oder wie ich heiße, eine hatte sogar geschätzt ich würde nicht mal aus Europa kommen. Letzteres empfand ich schon etwas befremdlich, da mein Englisch nicht so gut und der Dialekt ja auch unverkennbar ist.

Der kleine Höhepunkt des Abends war ein junger Kerl der ungefragt versuchte mir die unterschiedlichen Gruppen der einheimischen Damenwelt näher zu bringen, wobei ich bei seinen Ausführungen auf den komischen Begriff „EUROPEAN FEATURES“ stieß. Auf meine Nachfrage versuchte er mir in seinem eher schlechten als rechten Englisch zu erklären, dass dies junge Frauen wären, welche sich die Haare blond färben, Kontaktlinsen für blaue Augen einsetzen und manche sich sogar die Brüste machen lassen würden um besonders europäisch auszusehen. Da musste ich dann doch etwas lachen und dachte mir was einige Leute nicht alles für die Schönheit machen und sah zeitgleich wie Bradley und Hugo synchron nebeneinander an der Stripperstange herumwirbelten, was mit nur noch mehr die Tränen in die Augen trieb. 😀

Das war es dann auch schon wieder für dieses Mal. Ich weiß es ist nicht wirklich viel und unter Garantie nicht der interessanteste Bericht, aber ich war halt mal faul und ihr wisst ja, gutes Internet gibt einem soviel, speziell wenn es draußen kalt ist, NBA, NFL, BUNDESLIGA, etc.! Noch dazu fühl ich mich dabei ziemlich wohl und das ist das Wichtigste!

Bis bald!