Reisebericht Teil 13

Reisebericht Teil 13:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Die ersten Tage in San Jose del Cabo waren sehr entspannend. Die Sonne tat ihr übriges meinen müden Körper wieder aus seinem Winterschlaf zu erwecken. Die Gastfamilie bei der ich untergekommen war lebte zwar etwas außerhalb, was aber mit dem Bus sehr gut zu erreichen war. Die Familie war supernett und zuvorkommend, zwar konnte die Mutter genau so wenig Englisch wie ich Spanisch, aber in gewohnter Hand und Fuß Manier kamen dann doch einige lustige Unterhaltungen zustande. Nach einigen Tagen viel mir das antizipieren der spanischen Sprache dann etwas leichter und ich konnte mir sogar ein paar Wörter aneignen.

Am Samstag Abend ging es dann mit meinem Host Montse, Ihren 2 Freundinnen und 3 anderen Couchsurfern aus Neuseeland auf die Fitz! Der Abend war zwar musikalisch nicht ganz mein Fall, aber wir hatten einen heiden Spaß. Den Anfang machte eine Mitfünfzigerin aus Kanada, die jedes männliche Wesen aus unserer Gruppe mit der Frage, hast du einen Gran Torino, angemacht hat, da sie dieses Auto ja unbedingt einmal fahren möchte! Wahrheitsgemäß verneinten wir natürlich alle und flüchteten einer nach dem anderen schnurstracks weiter an die Bar. Vielleicht war das auch bloß ein Code für eine andere Absicht, was wir dann aber alle auch gar nicht so genau wissen wollten. Wenig später viel mir dann der panisch nach Hilfe suchende Blick eines ca. 20jährigen jungen Mannes auf, der in Ihre Fänge geraten war und von Ihr feuchtfröhlich abgeknutscht wurde! Das nennt man dann wohl ein prägendes Erlebnis. Weiter ging es dann mit dem Zusammentreffen von mir und zwei Argentiniern, die nach der Nennung meines Herkunftslandes fast zu weinen angefingen und mich den ganzen Abend nur noch schluchzend und wehklagend als „El Aleman“ verfluchten. Einer der Beiden sah aus wie Fabian Cambiasso (argentinischer Fußballspieler) und der hatte einen dermaßen diabolischen Psychoblick drauf, bei dem ich dachte, er würde jeden Moment zu einem eingesprungenen Headbutt gegen mich ansetzen. Der Name „EL ALEMAN“ sollte mir in meiner Zeit in Mexiko noch des Öfteren zu Ohren kommen (vor allem da sie Bernd alle irgendwie nicht verstehen). Zum Schluss traf ich dann noch eine deutsche Yoga Lehrerin die in San Jose lebt und arbeitet. Als wir dann auf dem Nachhauseweg waren, wurde unsere kleine Gruppe von Einheimischen angestänkert und aufs Übelste beschimpft. Als wir anmerkten das wir gar keine Amerikaner seinen, sondern aus Neuseeland und Deutschland kommen, waren wir plötzlich ihre besten Freunde und es wurde noch ein Bier zusammen geleert. Das war übrigens die zweite Sache, die mich in Mexiko immer begleitet sollte. Erst wurde ich immer und überall abwertend angesehen wenn ich kein spanisch sprach, mit verdrehten Augen bedient oder „beschimpft,“ aber sobald sie merkten, dass ich ein Deutscher bin, war die Freude groß und jeder war nett, höflich und zuvorkommend. Ganz extrem spürte ich das zum Schluss in Cabo San Luca.

Als nächstes ging es für 3 Nächte nach La Paz. Die Gegend mit ihrer langen Bucht lud gerade zum Herumspazieren und Wandern ein. Nachdem ich mittags erst immer live und im Free TV die deutschen Mannschaften in der Championsleague beobachten durfte, machte ich mich erst nachmittags auf um den Kilometerzähler kräftig durchdrehen zu lassen. Nicht selten sollte es hier dann trotzdem noch für 15 km bis 20 km reichen. Ansonsten gibt es nicht besonderes über La Paz zu berichten.

Viel mehr hingegen über die nächste Destination Todos Santos. Zwar ist das Städtchen ziemlich klein, dafür hat es aber einen tollen weitläufigen und verlassenen Strand, sowie eine Aufzuchtstation für Schildkröten. Dort durfte ich mal wieder erleben wie egoistisch, eigennützig und desinteressiert einige Menschen an einer Sache sein können. Zwar vergnügten sie sich mit ihren Kindern ewig bei den Schildkröten und machten Fotos von den Kleinen (Schildkröten wie Kinder), stellten Fragen und gingen anschließend ohne etwas in die Spendenbox zu werfen weiter. Sogar ausflüchte, wie z. B. komm jetzt, wir laufen eine Runde und dann kommen wir nachher nochmal vorbei, gehörten zum eingeübten Standardrepertoire des geizigen Touristen um aus der Szenerie schlagartig zu flüchten. Bei mir waren es dann zwar nur 20 Pesos die ich noch in der Tasche hatte, aber besser als gar nix.

Mein Host in Todos war Kevin (52) aus Amerika, er verbringt einige Monate hier. Er ist Biologe und im Zusammenhang mit seiner Arbeit schon viel in der Welt herumgekommen. Er hatte eine nette kleine Casita am Stadtrand, vor der wir abends saßen, Bier tranken und Geschichten austauschten. Hier wäre ich wirklich gerne noch ein oder zwei Tage länger geblieben, aber ich hatte schon die Zusage des nächsten Hosts in Cabo San Luca und so ging es am nächsten Tag weiter in das „Mallorca“ der amerikanischen Partytouristen (und bevor es Beschwerden hagelt, ja ich weiß dass diese Insel auch noch andere Seiten hat, passt aber gerade sehr gut ins Bild!).

Dieses Mal waren es dann wieder mehr Gastgeber. Die WG bestand aus Yann (Franzose, beherrscht vier Sprachen, unter anderem auch Deutsch), Yatzi (Mexikanerin) und ihrem Hund Rothko, sowie zwei weiteren Mexikanern. Die Tage mit Ihnen gingen leider viel zu schnell vorbei, wir hatten einige nette Tage mit Tacos, Bier, Strand und Cliffdiving. Störend waren nur die vielen Touristen. Zum Glück gibt es wie überall noch Ecken nur mit Einheimischen, die echt angenehm waren. Das Klippenspringen war besonders toll. Ich ging mit den Jungs aus der WG und zwei Kollegen von Yann zu einem Strand der sonst nur durch Boote erreichbar ist. Wir kletterten und kraxelten am Felsen entlang dorthin, was am Rückweg wegen des gestiegenen Wasserspiegels ziemlich lustig wurde. Am Strand angekommen ließ ich erstmal die Jungs zum Felsen rausschwimmen und springen, wodurch ich die Chance hatte Fotos von Ihnen zu machen und Sie dann umgekehrt später von mir. Alleine war es für mich dann gar nicht so einfach ganz auf den Felsen hoch zu kommen. Aber erstmal oben angekommen fühlte ich mich so pudelwohl, dass ich den Beobachtern am Strand erst einmal zeigte was man bei uns unter einer ordentlichen A….bombe versteht. Dass mir das scheinbar gelang zeigten nicht nur die Fotos, sondern auch die Respektsbekundungen über die hohe Wasserfontäne (So haben sich die langen Sommernachmittage auf dem Dreimeterbrett im Schwimmbad doch gelohnt!). 😀 Abends ging es dann klitschnass vom zurückkraxeln und zeitgleich Müll aufsammeln erst zum Essen und dann auf ein weiteres Bier in die Wohnung von Kollegen.

Damit waren die Tage in Mexiko dann schon wieder fast vorbei, aber Ihr wisst ja, was wäre z. B. ein Flugtag ohne Probleme?

Ach so, damit Ihr überhaupt wisst wo es hingeht, ich düse weiter nach .. PUERTO RICO!!!

Jaja, meine Freunde von DELTA Airline spielten mal wieder verrückt. Kurz bevor ich am Flughafen eintrudelte, kam auch schon die erste E-Mail, dass mein Flug von New York nach San Juan gecancelt sei. Noch dachte ich mir das wäre kein Problem, doch schon im nächsten Moment kam die zweite E-Mail, in der sie mir mitteilten sie hätten jetzt alle meine Flüge umgebucht und ich würde nun erst Donnerstag fliegen. Jetzt sah die Sachlage natürlich schon wieder ganz anders aus und mein Puls schnellte in Lichtgeschwindigkeit und völlig losgelöst den 180 entgegen. Im Flughafen angekommen sprang mir sogleich die lange Schlange vor dem DELTA Stand in Auge. Nach einigen Minuten anstehen kam eine Mitarbeiterin, welche ich sogleich mit meinem Problem belästigte. Sie holte mich aus der Warteschlange um mich dann 1 Minute später doch wieder dort hin zurück zu schicken, mit der Begründung dass System sei ausgefallen und sie müssten jetzt die Abwicklung der Passagiere per Hand machen. Was für eine Begründung und mit soviel Sinn, aber da war Sie auch schon wieder verschwunden! Als ich mich umdrehte war die Schlange mittlerweilen fast doppelt so lang. Nach einer Stunde warten war ich dann endlich an der Reihe und das System lief wieder, jedoch benötigte es noch eine weitere Stunde bis sie alle meine Flüge zurück gebucht hatten. Die Idee dahinter war natürlich, dass ich lieber einen Tag in New York verbringen als irgendwo anders. So flog ich nun wie geplant über Salt Lake City nach New York und konnte dort zu meiner großen Überraschung und noch dazu ohne großes Warten direkt in den nächstenFlieger nach San Juan einsteigen. Soviel mal wieder zum Thema Problem machen wo gar keine sind.

Wie beim letzen Mal gab es keinerlei Entschuldigung von DELTA, was man durchaus für schwach befinden darf! Dafür lobe ich mir dann ALASKA Airlines umso mehr, sie konnten beim Flug nach Mexiko nicht einmal etwas für den Verlust des Gepäcks und trotzdem bekam ich zwei Tage später eine E-Mail mit einer Entschuldigung und einem 50 $ Gutschein für den nächsten Flug mit Ihrer Airline. Wer also von Euch demnächst mal plant mit ALASKA Airlines zu fliegen, dann schreibt mir und wir werden uns über die Ablöse für den Gutschein schon irgendwie einig.

Jetzt bin ich auf jeden Fall in Puerto Rico und wundersamer Weise kam auch mein Gepäck ordnungsgemäß mit mir an. Wo gibts denn sowas? Ich dachte aller guten Dinge sind drei?!

Eigentlich war ja geplant einem Freund etwas zu helfen, das Haus seiner Mama zu renovieren, aber da wurde uns leider von jemand anderem ein Strich durch die Rechnung gemacht. So suchte ich mir dann erstmal in Old San Juan ein günstiges Hostel für die ersten Tage, was fast unmöglich war, da alles restlos ausgebucht ist (bis auf die teueren Hotels und Couchsurfing funktionierte leider auch nicht). Trotzdem fand ich nach langem Suchen (keine genaue Adresse, da ich mir bei AirBNB die Gebühr sparen wollte und nicht online buchte, somit auch keine genaue Adresse) ein Hostel, dass ich jetzt zwar nicht als günstig betrachte, aber es nicht zu arg weh tun würde und die Lage top ist, allerdings war dort nur eine Nacht möglich. Der Besitzer machte mir dann aber ein Angebot, ich könne erstmal eine Nacht auf der Couch im Freien schlafen (für lau) und wenn ich Lust hätte, könnte ich die Woche dann bei Ihm etwas Arbeiten um mir die Kohle für ein teueres Hotel zu sparen. Wie das genau ablaufen soll und was er sich da vorstellt besprechen wir später. Das gibt es dann aber im nächsten Bericht. Bock hab ich schon darauf, denn Ihr wisst ja, ich als alter Sparfuchs bin bei sowas ja nie ganz abgeneigt, aber die Konditionen müssen natürlich trotzdem stimmen.

Also bis bald.

P.S. Und was lange währt wird endlich gut! Ich hab Ihn gefunden! BATMAN!