Reisebericht Teil 16

Reisebericht Teil 16:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Die bösen Deutschen, Kulturschock, Nutella und die Rückkehr des verlorenen Sohns!

Die letzten Tage in Puerto Rico verliefen tagsüber relativ relaxt, die Arbeit wurde mit zwei Anderen geteilt (die für frei Unterkunft arbeiteten) und abends wurde gefeiert.

Dabei wurde das Image des bösen Deutschen wieder reaktiviert, der die armen Engländer verängstigt, wie ihr auf dem Foto deutlich erkennen könnt! Natürlich war das nur Spaß,  das Foto hingegen Weltklasse.

Irgendwann war es dann aber soweit und mein letzter Tag war angebrochen. Nach meinen letzten Amtshandlungen setzte ich mich mit einem kühlen Arizona Eistee kurz aufs Sofa und bemerkte sofort, wie die Wehmut in mir hochstieg, diesen Ort bald verlassen zu müssen. Die herzlichen Verabschiedungen der Gäste im Hostel, sowie von Jose und später auch seiner Mama (die mich zum Flughafen fuhr) machten es mir nicht gerade leichter.

Der Flug von San Juan nach Frankfurt hielt dieses Mal keine besonderen Überraschungen für mich bereit, außer dem Kulturschock und dem komischen Gefühl im Bauch, das ich hatte, als wir in Frankfurt durch die Wolkendecke stießen und ich auf Deutschland herabschauen konnte. Es war sehr ungewohnt wieder hier zu sein, aber da dies ja noch nicht das Ende meiner Reise war, machte ich mich sofort Richtung Frankfurt Hauptbahnhof auf, wo meine Mitfahrgelegenheit nach Berlin (Potsdam) wartete.

Die Reise verlief super und außer ein paar komischen Blicken an den Bahnhöfen Frankfurt/Potsdam/Berlin verlief alles wie geplant. Sogar in der großen „Fashion- und INhauptstadt“ in der sie ja alles kennen und hip sind, war meine kurze Hose gepaart mit der langen Unterhose, den Blicken nach zu urteilen, anscheinend etwas ungewöhnliches, was wieder mal beweist, dass die auch alle nur mit Wasser kochen und gar nicht so cool und aufgeklärt sind. BlaBlaBla!

Angekommen an meinem Ziel wartete dort auch schon die Micha sehr ungeduldig auf mich und viel mir wie ein kleines frisch gef…… Eichhörnchen direkt im Treppenhaus um den Hals. Sogar an meine Sucht hatte sie gedacht und so lag eine Packung mit kleinen Nutelladöschen als „Welcome back Geschenk“ auf meinem Bett. Wir hatten einen schönen Abend mit Wein und Burger, bevor ich totmüde ins Bett fiel. Am nächsten Tag traf ich mich dann mit Niel aus Manila (den ich in Australien kennen gelernt hatte), den ich auch einige Tage später nochmal in Prag treffen sollte.

Tags darauf fuhr ich dann mit dem Fernbus für 19 € nach Prag. Der über Europa hinwegziehende Sturm machte die Fahrt im Doppeldecker zu einer grausigen Schauckelpartie, bei der man wirklich gute Nerven brauchte, oder einfach besser die Augen schloss.

Prag selbst ist eine wunderschöne Stadt, die es mir erlaubte, die letzten Tage meiner Reise noch in Ruhe zu genießen. Zwar war aufgrund der Osterferien einiges los, aber wenn man wollte gab es auch dort Orte, an denen man die Stille genießen konnte. In dieser Woche wurde auch wieder viel gelaufen, was durch das kühle Wetter aber sehr angenehm war.

In Prag fand ich zudem eines der lustigsten und anregendsten Museen meiner ganzen Reise. Das SEXMASCHINEN Museum! Es ist mitten in der Altstadt und ein Publikumsmagnet. Zwar ließ aufgrund des hohen Eintrittspreises und der geringen Größe der Ausstellung, das Preis-/ Leistungsverhältnis etwas zu wünschen übrig, aber nichts desto trotz war es teilweise sehr anregend, aber manchmal auch sehr gruselig zu sehen was es früher und auch heute teilweise so alles gab.

Ein weitaus lustigeres Ausstellungsstück (siehe Foto) fand ich dann jedoch im Nationalmuseum. Dieses Kunstwerk zeigt die etwas andere Zusammenarbeit von Nonnen und Mönchen und war im Zuge einer Suchtausstellung ausgestellt. Diese beschäftigte sich mit den Themen Alkohol, Zigaretten und Sex.

Der letzte Abend bevor es nach Hause ging wurde traditionell, weil es auch ein Samstag war, mit Fußball verbracht. Hierzu begab ich mich in einen kleinen Pub, der in einem alten Kellergewölbe angesiedelt war. Die Stimmung war egal ob bei der englischen Premier League, sowie auch der Deutschen Bundesliga sehr gut und die Kneipe randvoll. Ich erkämpfte mir einen Sitzplatz an der Theke, welcher sich je später der Abend wurde, als immer besser heraus stellen sollte. Denn wie überall gab es auch das Partyvolk und so kam es, dass ein Junggesellenabschied immer wenn er eine Runde „Jägerbomb“ bestellte, auch mir einen hinstellte. Zwar ist das nicht wirklich mein Getränk, aber umgerechnet haben die mir an dem Abend Getränke im Wert von 50 € ausgegeben. Woran das lag? Tja sie mochten wohl meinen Bart.

Deshalb möchte ich mich jetzt einmal kurz bei meinem Bart bedanken. Er (mit seinem coolen Aussehen) und Ich (mit meinem freundlichen Wesen) sind schon ein gutes Gespann und haben in den letzten Monaten doch einige Dinge von fremden Menschen geschenkt bekommen und das nur weil sie Ihn (meinen Bart) so sehr mochten. Oder sollte es etwa doch an mir gelegen haben? Nein, teilweise hatten sie ja vorher gar nicht mit mir gesprochen! Also lag es wohl doch nur an meinem Bart! 😀

Auf jeden Fall reicht dadurch mein Geld sogar noch für einen Friseurbesuch nächste Woche und da ich mich alleine nicht traue, habe ich mir dafür ein WAHNSINNSDATE mit einem tollen Mädel an Land gezogen! Wenn ich es nicht vergesse, dann bekommt ihr anschließend auch ein Foto mit mir als zivilisierten Menschen darauf.

Tags darauf war also der Moment der Heimreise angebrochen und ich machte mich auf den Weg. Da ja keiner wusste, dass ich heimkomme und es seit langem mein Plan war direkt vom Bahnsteig aus auf eine Party zu gehen und diese zu crashen,  konnte ich es kaum erwarten daheim anzukommen und die Anspannung wuchs in mir sichtlich mit jedem Kilometer, dem ich der Heimat näher kam, ins Unermessliche.

Kaum in Ansbach angekommen zog ich mir meine Kapuze über den Kopf um mich zu verstecken und lief mit der Angst, das mich jemand vorher erkennt, zur den Kammerspielen. Dort angekommen ließe es sich ja wohl kaum mehr vermeiden dachte ich, aber selbst dort traf ich nur den Dani (der mir dann glücklicherweise auch half reinzukommen, da die Security ein Problem mit meinem Rucksack samt Inhalt hatte). Unter den verwirrten Blicken einiger Gäste begrüßte ich im Kammercafe zu allererst einmal den Thorsten und schlich mich dann leise still und heimlich in unsere Homebase, das Cafe Max. Von weitem sah ich schon einige meiner Freunde, konnte aber noch unerkannt meinen Rucksack und meine Jacke am anderen Ende der Theke, geschützt von anderen Gästen und meiner Kapuze, beim Thekenteam meines Vertrauens abgeben. Luka war sogar so auf zack, dass er mir geistesgegenwärtig und ohne große Worte meinerseits mein Lieblingsgetränk auf den Tresen stellte. Oh wie ich das vermisst habe! Also den Service und nicht das Getränk! Langsam bewegte ich mich immer noch halb vermummt auf die Menschentraube zu, stellte mich neben sie und sagte so beiläufig Hallo, als sich dann eine gewissen Frau A. umdrehte, verpasste sie dem umstehenden Publikum, durch ihren lauten Aufschrei, einen Tinitus. Der Abend war anschließend einfach wundervoll und ich hatte jede Menge Spaß mit meinen Freunden (auch wenn viele nicht dagewesen sind oder arbeiten mussten).

Übertroffen wurde dieser Abend nur noch von dem, als ich früh morgens bei meinen Eltern klingelte und mir meine Mama die Tür öffnete. 🙂

Damit möchte ich meinen vorerst letzten Reiseberichte auch schließen. Was in der Zukunft kommt werden wir sehen. Jetzt heißt es erst einmal wieder richtig Zuhause anzukommen und die Zukunft zu planen.

Vielen Dank für euere tolle Unterstützung und lieben Kommentare in den letzten Monaten.

Ach und wenn ihr mich sehen wollt, dann dürft Ihr mir gerne schreiben, aber mich/uns auch sehr gerne dieses Wochenende beim 5. Internationalen Ansbacher Frühlingsturnier meiner Mannschaft in der Ansbacher Weinbergturnhalle besuchen. Alle Infors findet Ihr hier!

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