Reisebericht Teil 2

Reisebericht Teil 2:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Tiere, das Dirk Nowitzki Problem und korrupte männliche Rinder!

Wo soll ich anfangen und wo aufhören? Es war eine sehr ereignissreiche Woche!

Also fangen wir doch erstmal von vorne an.

Einen Tag nach dem ersten Reisebericht zogen wir abends durch die wenigen Kneipen des kleinen Ortes um etwas zu essen und noch ein Bier zu trinken. Auf dem Heimweg sahen wir wie ein mit Tape isoliertes Kabel an einem Kneipeneingang Feuer fing. Wir machten den Wirt darauf aufmerksam der dieses sofort löschte und uns noch hereinbat (es gab aber natürlich nix umsonst), also tranken wir dort noch ein ekliges Budweiser und philosophierten mit dem Besitzer über das Leben, als plötzlich ein Ochse in die Kneipe eintrat, den Hund, sowie den Bergi bei Seite schob um durchzukommen. Der neue Koch war schon halb am hyperventilieren und versuchte den Ochsen lauthals wieder aus dem Lokal zu scheuchen, als der Besitzer ihn aufforderte ihm zwei Bananen zu geben. Diese hielt er dem Ochsen (den er als seinen Freund bezeichnete, der öfters vorbeischaut) unter die Nase und führte Ihn um einen anderen Tisch herum wieder hinaus auf die Straße. Die Situation war so surreal und wir so perplex, wodurch keiner von uns auf die Idee kam ein Foto zu machen. In Indien steht also nicht das sprichwörtliche Pferd im Flur, sondern der Ochse in der Bar.

Nachdem wir uns Tags darauf entschieden haben ein Dorf weiter zu ziehen zog es mich und den Kunzi nachmittags erst noch an den größeren, aber dafür nicht so schönen Strand von Vagator. Als die ersten Fototermine mit anderen Touristen vorbei waren (es ist aber nicht so schlimm wie in Mumbai) und wir die ersten Drogendealer die uns Heroin angeboten haben (von Gras bis Heroin wurde mir hier bisher alles angeboten) abgefertigt hatten lagen wir in aller seelenruhe am Strand und sonnten uns. Doch was war das? Plötzlich saßen zwei kleine weiße Krebse vor mir und schauten mich an, ich dachte mir noch ey kleine Freunde, wo ist eure rote Farbe? Also fragte ich sie, doch bekam keine Antwort von Ihnen, vielleicht saß der Schock über das Erlebte noch so tief, dass sie deßhalb auch nicht reden konnten. Jedoch wurde mir spätestens zuhause klar wieso Sie nichts gesagt hatten und wo Ihre rote Farbe hinverschwunden war! Richtig auf meinen Schultern und Armen, diese kleinen gemeinen Krebse dachte ich mir 😀 , da mein Sternzeichen aber ebenfalls Krebs ist, konnte ich Ihnen schnell verzeihen. Wohlgemerkt hatte ich aber noch nie einen so schlimmen Sonnenbrand, es bildeten sich sogar 5 oder 6 kleine Blasen! Mittlerweilen ist alles wieder gut, ich bin braund und schäle mich wie eine Schlange.

Nach dem Umzug nach Anjuna hat sich unsere Gruppe nämlich vergrößert. Wir haben dort durch Zufall zwei Deutsche kennengelernt und da die Welt ein Dorf ist, kommen Wille und seine Freundin Anna auch aus Dresden, Sie wohnen sogar in der Nähe von Kunzi und Bergi und haben sich teilweise schonmal auf der Straße gesehen und haben gemeinsame Freunde! Zusätzlich kam zwei Tage später noch Erik zu uns, er ist ein Freund der Beiden aus Dresden der im Moment in Indien an der Uni arbeitet und so waren wir bis diesen Freitag zu sechst unterwegs. Anna hatte sogar diese Woche Geburtstag.

Die Unterkunft in Anjuna hatte morgens eine sehr kuriose Geräuschkulisse. Ein Vogel der sich anhörte wie Flipper und sich in einen Wettstreit im „am lautesten Schreien“ mit einem anderen Vogel gemessen hat, Hunderudeln die den Mond anbellten und einen überfleißigen Zähneputzer der sich beim Putzen halb übergab, oder sagen wir mal so, der es am zweiten Tag auch geschafft hat! Bei unserem Guesthouse war auch eine kleine Buchhandlung mit gebrauchten Büchern dabei. Eines der wenigen deutschen Bücher das keine Schnulze war und vom Titel her recht lustig klang, war „Schlampenyoga“ (die Frau hat übrigens vorher auch schon ein anderes Buch mit dem Titel „Alle Frauen sind Schlampen“ veröffentlicht), es hört sich schlimmer an als es ist, da es nichts mit einer „Schlampe“ an sich zu tun hat, da ich ansonsten nichts besseres fand entschied ich mich dafür. Es war jetzt nicht wirklich das beste Buch das ich je gelesen habe, aber zum Zeitvertreib auf jeden Fall OK.

Jetzt kommen wir mal zu diesem ominösen Dirk – Nowitzki – Problem. Nachdem ich im Schlafwagen schon feststellen durfte, ein bißchen zu groß für die Betten zu sein, was ich jedoch dem mangelnden Platz in einem Zug zusprach, war der Platz in einem Bus für mich noch geringer. Mit gespreizten Beinen und den Knien am Vordersitz saß ich da und wir fuhren in die Hauptstadt GOA’s Panjim. Natürlich stiegen noch weitere Leute zu und so saß ich zum Schluss verbogen wie eine Schlangenfrau in meinem Sitz und ließ die lange Busfahrt über mich ergehen, die uns in den nächsten Tagen bei unserer Weiterreise auch wieder bevor stehen sollte. Zu Panjim gibt es nicht viel zu erzählen, eine europäisch geprägte Stadt mit fast 60.000 Einwohnern, wenn ich jetzt sage Panjim ist das Ansbach Indiens, dürfte spätestens allen bewusst sein wie spannend es dort war. Dafür wurde der Abend des nächsten Tages noch viel spannender, erschreckender und korrupter!

Und jetzt kommt der wahre GANGSTERSHIT! Wir dinierten in der bereits seit 1969 existierenden GURU – Bar und hatten einen sehr entspannten Abend hinter uns gebracht, als uns unsere Mr. FULL Power Bedingung aus Butan, der übrigens 11 Finger besitzt, nachts um halb eins aus der Kneipe schmeißen wollte, wir zahlten und blieben trotzdem noch bis halb drei sitzen und bekamen auch noch was zu trinken bevor wir endgültig gehen mussten. Auf dem Weg weiter zu nächsten Bar in der noch eine Party sein sollte (welche wir nicht besucht hätten da dort der Eintritt zwischen 1.000 und 1.500 Rupie liegt und mal ehrlich, wer gibt in Deutschland für eine Party zw. 15 und 20 € aus? Ich auf jeden Fall nicht, vor allem um halb drei Uhr in der Früh) kam von hinten ein Motorrad was nichts Ungewöhnliches ist, da sich unsere Gruppe leicht auseinander gezogen hatte merkten wir anfänglich gar nicht was da los war, denn den Beiden letzten wurde der Weg versperrt. Wir gingen zurück und waren anfänglich verwundert was die in Trainingsanzügen gekleideten Leute von Ihnen wollten. Als ich näher dran war stellten ich schnell fest, dass Sie unter der offenen Trainingsjacke eine Polizeiuniform an hatten und uns war sofort klar KONTROLLE. Um es kurz zu machen und keine Namen zu nenne einer von uns (ich war es aber nicht) hatte etwas zu Rauchen dabei. Die Polizisten wollten Ihn schon mitnehmen und drohten mit 2 Jahren Gefängnis (laut Gesetz bei unter 5 Gramm und zum Eigengebrauch bis zu 6 Monate Haft und natürlich bis zur Verhandlung irgendwann Untersuchungshaft, somit könnte das gut hinkommen), jedem von uns war sichtlich anzusehen, wie das Herz in die Hose gerutscht war, als wir unverblümt fragten, was wir denn jetzt machen sollen und ob wir ihn nicht freikaufen könnten. Der Preis den die Polizisten forderten belief sich auf 8.000 Rupis, wir kratzten alle unsere letzten Kröten zusammen und kamen immerhin auf 6.500 Rupis (ca. 85 €) mit denen sich die Polizisten dann zufrieden gaben. Sichtlich erleichtert konnten wir von dannen ziehen, auch wenn jedem noch der Schock in den Knochen saß. Das große Glück für Ihn war, dass der Polizeijeep, der noch kam nicht angehalten, sondern weitergefahren ist, denn bei 4 Polizisten wäre das nicht mehr gut gegangen und er würde jetzt im Knast sitzen. Da kann man dann doch mal glücklich sein, dass es hier so viele korrupte männliche Rinder gibt.

Mittlerweilen haben wir auch die Busfahrt in unser nächstes Domizil erfolgreich absolviert (auch wenn wir es unterwegs geändert haben) und sind jetzt in Palolem. Hier gibt es herrliche Strände und es ist einfach schön. Besonders interessant ist zu sehen wie hier jetzt langsam alles für die Hochsaison aufgebaut und herausgeputzt wird. Wir haben unser neues Domizil direkt am Strand und zahlen nach einer kleinen Verhandlungsrunde lächerliche 3 € pro Person für eine kleine Hütte mit Dusche und WC direkt am Strand. Abends trafen wir beim Geburtstagfeiern noch andere Touristen die für die vergleichbare Lage 20 € zahlen. Sichtlich verblüfft sagten Sie, dass sie morgen auch nochmal auf die Suche gehen werden. Die Nacht beschließen wir mit einer gemeinschaftlichen Runde Nacht- und Nacktbaden im lauwarem Arabischen Meer.

Die restliche Woche genießen wir entspannt am Strand mit kleinern Ausflügen zu Nachbarstränden und einer kleinen Halbinsel. Zu den letzten beiden Tagen in Palolem und unserer sehr nassen Weiterreise gibt’s beim nächsten Mal mehr.

Also bis bald, Grüße in die Heimat.

Auch wenn es von Ihm und live natürlich viel besser rüberkommt, zum Schluß noch den Lieblingsspruch vom Bergi:

„ZIEH DICH AUS DU GEILES PFERD!“