Reisebericht Teil 4

Reisebericht Teil 4:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Die Nacht im Sleeper verlief ganz gut und wir kamen pünktlich in Mysore an. Zwar ist es gerade am Bahnhof noch sehr laut und hektisch, aber man merkt direkt diese Stadt ist anders als die anderen Großstädte bisher. Sie ist sehr westlich geprägt und für indische Verhältnisse ziemlich sauber. Sie ist bekannt für ihre Sandelholzschnitzereien, Seiden-, Öl- und Räucherstäbchenmanufaktur. Dies sind auch die Aufhänger der Locals die uns anquatschen und die Stadt ein bißchen zeigen wollen. Natürlich sind Sie „keine“ Guides, aber um ehrlich zu sein zeigen uns schon einige interessante Ecken und einige kleine Manufakturen, schlussendlich aber nur mit dem Ziel etwas zu verkaufen. Das einzige was ich in weiser Voraussicht auf unser nächstes Reiseziel kaufe ist ein Wasserlilienöl, dies ist ein natürlicher Mückenschutz und es funktioniert bisher wunderbar.

Der Maharadscha Palast ist das Wahrzeichen der Stadt, dieser bietet jeodch weniger als er verspricht. Auf dem Foto seht ihr wie der Elefant eine Touristin im Gegenzug für einen kleinen Obolus segnet, man kann aber auch einen Ritt auf Ihnen oder einem Kamel buchen. Hier zeigt sich leider die komische Mentalität der Inder, der Ritt für Einheimische kostet 60 Rupis, für Ausländer 100 Rupis. Wer jetzt denkt, soviel mehr ist dass doch gar nicht, dem sei gesagt wir hatten hier auch schon Orte an denen wir 250 Rupis und Inder nur 10 Rupis zahlen mussten. Dazu kommen aber oft noch zusätzlichen Eintritten die man in den Sehenswürdigkeiten zahlen müsste, wie in diesem Fall ein Museum, solche Investitionen lohnen sie zumeist aber überhaupt nicht. Zwar sprechen wir hier nur von „kleinen Beträgen“, aber im Verhältnis ist das schon sehr viel und Sie zahlen ja bei uns auch nicht mehr als wir, das sehen aber auch zahlreiche Einheimische so. Viel schlimmer fand ich leider den Zustand der Tiere, die mir keinen guten und vor allem glücklichen Eindruck machten.

Am selben Abend buchten wir noch das Busticket nach Kannur an die Küste zurück um von dort weiter Richtung Süden zu den Backwaters zu reisen. An der Central Busstation trafen wir dann Anna, eine deutsche Freiwillige die hier in Mysore an einer Schule Englisch unterrichtet. Dazu sei gesagt, Sie hat gerade erst ihr Abi gemacht und ist dann direkt nach Indien und hat zuerst etwas außerhalb von Mangalore in einem Weisenhaus gearbeitet. RESPEKT! Sie hat uns dann auch gleich zu Ihrem Lieblingsplatz auf dem Markt mitgenommen an dem sich oft Freiwillige treffen. Wie sich herausstellt ist es der Stand von Adil, der Öle, Gewürze und Farben verkauft. Wir setzen uns in seinen Stand und plaudern alle ein bißchen, bevor wir den Abend beim Essen mit Ihr ausklingen lassen.

Ein Highlight in Mysore war der Koch eines Restaurants (siehe Fotos) der aussah wie ein Pornostar aus den 70er Jahren und so konnte ich mir es nicht nehmen lassen, den Spieß einmal umzudrehen und ein Foto zusammen mit Ihm zu machen. Das lustige an dieser Geschichte ist jedoch etwas anderes, wie Ihr im Hintergrund seht, konnte man in die Küche sehen und wir dachten, da wir seinen Kopf sahen, er sei wirklich groß, jedoch gab es noch eine Stufe die wir nicht sahen und auf einmal stand dieser kleine Mann vor mir und ich musste mir schon etwas das lachen verkneifen. Trotzdem ein cooler Typ!

Zur Weiterfahrt nach Kannur erzähle ich mal noch nichts, denn in den folgenden Tagen sollten noch einige weitere Erlebnisse im Bezug auf Busfahrten folgen und so habe ich mich entschlossen diese nach meiner letzten Busfahrt in Indien in einem Extrakapitel zu verarbeiten.

Wir kamen um 4 Uhr in der Früh an und mussten für eine Nacht in einer etwas für uns überteuerten Hütte absteigen, um am nächsten Tag um 5 Uhr mit dem Zug weiter nach Alleppey zu fahren. Zu unserem Leidwesen gab es in diesem Zug keine freien Plätze im Schlafwagen und so mussten wir Holzklasse fahren. Auf dem Foto seht ihr schon wieder das leere Abteil, aber glaubt mir gemütlich ist etwas anderes. Mein Hintern fühlte sich nach 8 Stunden sitzen auf einer etwas besseren Sperrholzplatte an, als würde er nicht mir gehören. Zusätzlich hatte ich natürlich mal wieder zu wenig Beinfreiheit und zwei, sagen wir mal so, etwas beleibtere Inder als Sitznachbarn. Umso mehr freuten wir uns als sich in der Kochi, circa 60 km vor Alleppey der Zug leerte und wir endlich Platz hatten. Beschwingt von der Freiheit die wir nach verlassen des Zuges verspürten, liefen wir in der sängenden Mittagssonne mit kompletten Gepäck Richtung vorher ausgesuchtes Hostel.

Alleppey liegt am unteren Teil der Backwaters, einem sehr großen Gewässergebiet zwischen dem Küstenstreifen und dem Landesinneren. So wie es aussieht finden dort auch bald Wahlen statt, da auch überall rote Flaggen mit Hammer und Sichel im Wind wehen, was uns darauf schließen lässt, dass die kommunistische Partei Indiens dort die dominierende Partei ist.

Eigentlich noch geschlaucht und gezeichnet (vor allem unsere Hintern) von der Anreise, entschlossen wir uns am zweiten Tag eine Radtour zu unternehmen. Ehrlich gesagt war es teilweise keine Radtour, sondern eine Tortur, vor allem mit unseren geilen Bikes! Wir sind enge Wege und Trails am Kanalufer gefahren, da wären einige von euch mit Ihren neuen tollen Mountainbikes neidisch gewesen diese fahren du dürfen! Wer mich aber kennt, der weiß wie sehr ich Fahrradtouren liebe, noch dazu bei 35 Grad und einer Luftfeuchtigkeit, die einem schon bei der kleinsten Bewegung den Schweiß über die Stirn treibt. Um es mal wieder kurz mit einem Insider aus Italien zu beantworten, „Ich weiß nicht ob es an der Sonne liegt, aber ich bin mir sicher es lag an der Sonne, aber es war wunderschön!“ Für alle die den Hintergrund nicht kennen, eigentlich geht der Spruch mit Wein und ist aus einer Szene der Muppetshow, die Hauptdarsteller sind dabei zwei Monster. Diese müsste, soweit ich mich erinnere, sogar in einer der ersten Vier folgen vorkommen.

Ach ja und bevor einer auf die Idee kommt, ich solle ihm ein so tolle Fahrrad wie wir hatten mitbringen! NEIN!

Die Backwaters sind bekannt für Ihre zahlreichen Rundfahrten mit Hausboote, die man mieten kann. Da wir natürlich Niedrigpreisrucksacktouristen sind, hatten wir auch eine günstige Lösung für uns aufgetan. Es existiert nämlich eine öffentliche Fähre die verschieden Orte in den südlichen Backwaters anfährt. Wir fuhren circa die Hälfte der Strecke bis nach Kothalam mit und zahlten für die 2 stündige Bootstour nur 15 Rupie pro Person. Eine ganze Runde hätte wahrscheinlich 30 Rupie gekostet. Vergleichsweise fahrten auf Privatbooten kosten gerne mal das 20-fache. Ehrlich gesagt reicht die Fähre voll und ganz aus, da es doch sehr schnell langweilig wird.

Am letzten Tag fuhren wir an den tollen Sandstrand nach Mararikulam, einfach ein Traum, hätten wir das eher gewusst, wären wir glaub von Anfang an dort hin gefahren.

Die Busfahrt nach Mararikulam, sowie die Weiterreise nach Munnar kommt im Sonderbericht „BUS!“

Munnar ist ein ausgereifter Touristenort. Da der Ort in 1.700 Meter Höhe liegt und von den Temperaturen, sowie der Luftfeuchtigkeit sehr angenehm ist, gilt er unter reicheren Indern als beliebtes Urlaubsziel. Zusätzlich ist die Landschaft dort einfach gigantisch, die Berge mit den Teeanbaugebieten kommen auf den Fotos gar nicht so schön rüber wie sie in Wirklichkeit waren. Nach einer ausgedehnten Wanderschaft durch die Teefelder am ersten, fuhren wir am zweiten Tag mit dem Bus auf über 2.000 Meter zu einem Aussichtspunkt, leider machte uns der Nebel einen Strich durch die Rechnung und wir fuhren unverrichteter Dinge wieder nach Mannur zurück, wo wir abends noch einer mittelmäßige Kampfsportvorführung beiwohnten. Dafür gabs gute Schokolade, 250 Gramm selbstgemachte Schokolade für 1,25 €! 🙂

Mal sehen was wir heute so machen, morgen gehts auf jeden Fall weiter nach Madurai! Aber das gibts alles zusammen mit dem Sonderbericht zu den Busfahrten!

Und daaaaaaaaaannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn???

AB NACH SRI LANKA! UND SOVIEL SEI GESAGT, ICH BIN NICHT ALLEIN!!!

ICH FREU MICH!!! 🙂