Reisebericht Teil 5

Reisebericht Teil 5:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Von Ahnenforschung, dem Gang der Kraft, Ayurvedischen Kräutergärten und ganz im speziellen von zwei teuren aber schönen Wochen mit Besuch!

Der Abflug aus Indien fiel mir gar nicht schwer, da mich ja in Sri Lanka nicht nur, wie einige Leute sagten, das schönere Indien erwartet, nein, auch weil ich in den nächsen Tagen sehr netten Besuch erwartete. So setzte ich mich in freudiger Erwartung in die Propellermaschine und durfte direkt neben dem Propeller platz nehmen. Die unbändige Kraft und der Vortrieb des Flugzeugs ist viel intensiver und beeindruckender als in Strahlenflugzeugen und macht ehrlich gesagt auch viel mehr Spaß, zumindest auf Kurzstrecken zwecks dem Lärm.

In Sri Lanka lachte zwar die Sonne vom Himmel, aber leider nicht ich. Das Visa welches ich mir am Flughafen habe ausstellen lassen, beinhaltete einen falschen Vornamen und so hieß es für mich vor der Einreise noch einmal in Begleitung eines netten Zollbeamten zurück zum Visaschalter um dort alles mit seinem Vorgesetzten zu klären und obwohl nichts los war, dauerte dies noch eine geschätzte ganze Stunde. Anschließend ging es dann aber ganz zügig mit dem Bus Richtung Negombo, oder sagen wir mal so, zuerst hatte ich noch einen kleinen Disput mit einem TukTukfahrer der mich zur nächsten Busstation fahren sollte und da er unbedingt meinte mich verarschen zu müssen, ich aber müde des diskutierens war, hab ich ihn einfach anhalten lassen, die Hälfte des Fahrpreises in sein Vehikel geschmissen und zu ihm gesagt er soll sich zum Teufel schären. Nach zwei bis drei Anfeindungen seinerseits zog er dann auch von dannen und ich war innerhalb von zwei Minuten zu Fuß am Busbahnhof.

Dafür hatte ich mehr Glück mit meinem Guesthouse. Die Besitzerin Seetha ist zu Ihren Gästen wie eine Mutter, sie kocht für einen wenn man möchte und noch dazu gut und sehr günstig, macht Besorgungen und weckt einen sogar wenn man morgens raus muss um seine Gäste vom Flughafen zu holen. Bei Ihr ist auch jeder der wieder nach Hause fliegt herzlich willkommen den Nachmittag noch einmal in Ihrem Haus zu verbringen, zu duschen und zu chillen und zwar ohne eine geldwerte Leistung entgegen bringen zu müssen. Einfach Spitze!

Am Montag nach meiner Ankunft kommen dann auch endlich Lene und Sabine mit 2 Stunden Verspätung auf Sri Lanka an. Ich lass es mir natürlich nicht nehmen die Beiden persönlich vom Flughafen ab zu holen (WAS ICH NATÜRLICH MIT JEDEM GAST MACHE!!!) und nach einer Nacht und der ersten Spabehandlung (dieser Urlaub sollte für mich und mein Budget teuer werden, ABER AUCH DAS SIND MIR MEINE GÄSTE WERT!!!) ging es dann sofort los nach Kandy, da die Mädels leider nicht soviel Urlaub hatten. Aber ehrlich gesagt fand ich die Spabehandlung mit den Fischen, welche die tote Haut abfressen auch gar nicht so schlecht, cooles Gefühl und meine Moskitostiche juckten nicht mehr.

In Kandy angekommen machten wir gleich unsere Aufwartung im Zahntempel. Dieser ist ein buddhistischer Tempel in dem eine Reliquie in Form eines Eckzahnes von Buddha Siddhartha Gautama aufbewahrt wird. Der Tempel ist wirklich beeindruckend zusätzlich gibt es noch mehrere Museen, die aber wieder Eintritt kosten. Da uns hierfür die Zeit fehlte, da sie diese teilweise schon zur letzten Messe des Tages schließen, konnten wir gerade noch in eines hinein und lustiger Weise und ich weiß jetzt auch nicht ob es an den beiden Damen lag, oder daran dass nur noch so wenig Zeit war, aber wir durften für Umme hinein.

Am folgenden Tag begann genau das, was ich nicht hoffte, es fing an zu regnen und sollte auch so schnell nicht wieder aufhören. Deswegen besuchten wir ein Teemuseum, was keineswegs langweilig war, aber trotzdem hätte ich es gerne für gutes Wetter eingetauscht, da ich mir das für die Beiden schon gewunschen hätte. Zumindest konnte ich dort ein wenig Ahnenforschung betreiben wie ihr auf dem einen Foto deutlich erkennen könnt. Danach folgte Abends dann der zweite Spabesuch in Form einer Massage, aber diesesmal ohne mich.

Mit der Zeit im Nacken und dem schlechten Wetter entschieden wir uns dann dafür direkt an den Adams Peak zu fahren und danach in den Süden, wo wir uns besseres Wetter erhofften und vermuteten.

Die An- und Abreise an den Adams Peak ist fast so mühsam wie der Aufstieg selbst, nur die Belohnung für die Mühen ist nicht vergleichbar. Mit zwei kurzen Nächten und einer langen Anreise in den Beinen machten wir uns im Regen und mit Stirnlampen bewaffnet um 02:30 Uhr nachts auf, den von unserer Unterkunft aus ca. 9 km (vom Tor ab 7 km) langen Aufstieg und die 5.200 Stufen zu besiegen. Der Aufstieg schien sich endlos in die Länge zu ziehen und die unterschiedlich hohen Stufen sowie die teilweise steilen Anstiege und der zweitweise Regen tuen ihr restliches uns die noch vorhandenen Kraftreserven aus den sowieso schon müden Gliedern zu saugen. Der anhaltende Nebel und die Wolken verhinderten es zwar die Spitze zu sehen und uns eventuell noch restlos zu demotivieren, aber sie schürten auch jedesmal die Hoffnung es könnte gar nicht mehr so weit sein um uns anschließend doch wieder zu enttäuschen. Hierzu kam natürlich noch die Befürchtung wir würden oben stehen und wegen des schlechten Wetters gar keinen Sonnenaufgang zu Gesicht bekommen. So schoben wir alle Zweifel bei Seite und kämpften uns mit dem GANG DER KRAFT (Danke Bergi) den Berg hoch wo unsere Zweifel sehr schnell zerstört wurden, als wir kurz vor 6 durch die Wolkendecke stiegen und uns schon die ersten Sonnenstrahlen begrüßten. Es war nicht nur ein Gefühl des Glücks, sondern auch der Bestätigung die richtige Wahl getroffen zu haben und auf den Berg zu gehen. Die Aussicht und der Sonnenaufgang waren überwältigend schön. Nach ausschweifenden Fotosessions durfte jeder im Tempel so oft die Glocke läuten, wie er den Berg schon bezwungen hat. Da ich das vorher nicht wusste und die Soldaten vor mir jeweils dreimal geläutet hatten, tat ich es Ihnen gleich. Ganz erschrocken fragte mich eine Asiatin ob ich den schon so oft hier oben gewesen wäre. Nachdem Sie uns aufgeklärt hatte mussten wir alle lachen, da nicht nur ich, sondern auch Lene und Sabine jeweils dreimal geläutet hatten. Der Abstieg war dann fast nur noch Formsache und er gab auch noch eine unglaublich schöne Landschaft preis, die man des Nächtens beim Aufstieg gar nicht gesehen hat. Die Hälfte des Berges begleitete uns dann auch noch eine Hündin mit hinunter ins Tal, wir tauften Sie auf den Namen Emmie Flohsack. Die anschließende lauwarme Dusche und das Frühstück waren wie ein Segen. Denn lauwarme oder gar warme Duschen sind zumindest in meiner Preisklasse hier eine Seltenheit, bis zu diesem Zeitpunkt war es erst die Zweite halbwegs warme Dusche in zwei Monaten, normal heißt es hier immer eiskalt duschen, ob mit Dusche oder Eimer, sozusagen nix für Warmduscher diese Länder, außer man hat das nötige Kleingeld.

Da sich in der vorherigen und der nächsten Spalte mein persönliche SCHUHMAGEDDON abspielt schiebe ich es hier gesondert ein. Die erste Geschichte ist aber wohl interessanter und glücklicher als die Zweite (siehe Fotos). Beim Abstieg vom Adams Peak rammte ich mir durch die Sohle meines Schuhs einen Ast rein. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was los war und ob dieser nun durch meinen Fuß gegangen war oder nicht. Ich setzte mich und zog langsam den Ast aus meinem Schuh und auf den ersten Blick konnte ich Gott sei Dank kein Blut sehen und nachdem ich den Schuh ausgezogen hatte, bestätigte sich mein Glück, dass dieser nur ein Stück am Fuß entlang geschrammt ist und dann gottlob durch zwei Zehen gerutscht ist. Nach dem ersten Schock stellte sich Erleichterung ein und wir setzten unseren Abstieg fort. In Galle gingen mir dann meine Bio-Crocks kaputt, was aber abzusehen war, jedoch nicht, das einer davon während des Laufens reist und ich mich fast lang auf die Nase legte! Seitdem bin ich jetzt fast immer Barfuß unterwegs, es wir jetzt aber trotzdem Zeit mir vor der Weiterreise noch neue Flip Flops oder Crocks zu besorgen.

Auf jeden Fall lassen wir uns nach dem Frühstück nicht lange Zeit und fahren weiter Richtung Galle das im Süden Sri Lankas liegt. Hier steigen wir in einem Guest House ab das in einem alten holländischen Fort lokalisiert ist. Das Fort und dieser kleine Teil der Stadt sind sehr schön und man kommt sich vor wie in Südeuropa, auch bei den Preisen.

Am dritten Tag in Galle besuchen wir den Unawatuna Beach und beschließen dorthin umzuziehen. Am Tag des Umzugs ist ungewöhnlich viel los, denn nicht nur die normale Polizei, sondern auch die Militärpolizei ist vor Ort. Wie sich nach einem kurzen Plausch mit einem Soldaten herausstellt, besucht gerade ein 2 Sterne General ein Museum. Dieser hat übrigens als Dienstwagen einen, Achtung, JAGUAR! Die Location in die wir einziehen ist wunderschön und preislich für die Qualität der Unterkunft nach kurzen Verhandlungen auch sehr günstig. Das Wetter war uns dann hier in Galle auch wieder treu und wir hatten abgesehen von ein paar kurzen Schauern nachts auch immer super Wetter, was nicht nur die normale Laune hob, sondern auch die KAUFLAUNE! So chillten wir tagsüber am Strand und flanierten abends durch die Geschäfte und die Damen kauften ein (übrigens auch am Strand)! Selbst ich hab mir ein Shirt gegönnt und noch ein paar kleine Geschenke für die Familie gekauft die ich mit nach Deutschland gab. Noch dazu war das Essen hier toll und wir absolvierten zu Dritt einen Kochkurs bei einer Einheimischen. Wie ihr sehen könnt war es reichlich, es sah sehr lecker aus und so hat es dann auch geschmeckt. Es gab hier auch ein nettes entspanntes Cafe, wie ich es mir in Deutschland auch wünschen würde, viele enstpannte Sitzgelegenheiten mit Schatten, Ruhe, guten Kuchen, viel grün und freilaufenden Eichhörnchen als Haustiere!

Am Tag vor der Abreise besuchten wir noch einen Tempel und werden danach von unserem TukTuk-Fahrer noch zu einem Ayurvedischen Kräutergarten gefahren. Uns war natürlich schon klar worauf das hinaus laufen würde, aber so schlimm wurde es dann gar nicht. Wir bekamen eine sehr gute Führung auf Deutsch, eine anschließende Massage auf Spendenbasis, das die Masseure noch lernten und es sich hierbei um eine staatliche Einrichtung handelte und abgesehen davon bekommt man eine Massage sonst nirgendwo mehr billiger. Es kam sogar zeitgleich ein englischer Politiker mit Polizeischutz an, der sich hier behandeln ließ, leider wusste unser Guide den Namen nicht. Das eher faszinierende war eine Mixtur, die der Haarentfernung dient. Angeblich benutzen sie auch die Mönche um Ihre Köpfe möglichst lange haarfrei zu halten. Nach einer dreimonatigen Kur (alle zwei Wochen die gewünschten Stellen einreiben), sollen diese bis zu 8 Jahre frei von Haaren bleiben. Wenn das wirklich so funktioniert, ist das wirklich toll, ein natürliches Produkt ohne Zusatzstoffe für circa 60 Euro! Also wer es probieren will, informiert euch und wenns funktioniert dann sagt bescheid, an meiner Innenseite des Oberarms hat das Mittel auf jeden Fall funktioniert und die Haare sind weg! Ach ja und da war ja dann auch noch das Rieseneichhörnchen Charlie (siehe Foto).

Der letzte Abend endete dann nicht so enstpannt wie wir uns das vorgestellt haben, nachdem wir einige Internetcafes abgeklapptert hatten um einen funktionierenden Drucker zu finden, da die Damen online einchecken wollten und sich die Bordkarten ausdrucken mussten und ich mein Visa für den nächsten Zielort, gingen wir essen und mussten wirklich geschlagene zwei Stunden auf unser Essen warten. Es hat zwar gut geschmeckt, aber was sich so noch alles abgespielt hat in den zwei Stunden, da wäre Anderen mit Sicherheit schonmal der Kragen geplatzt. Der Laden war von Tripadvisor sogar mit einem Excellent ausgezeichnet. Egal, wir geben natürlich kein Trinkgeld und machen uns auf den Weg nach Hause.

Nun war der Tag gekommen, an dem mein wenn auch teurer aber so lieb gewonnener Besuch wieder die Heimreise antreten musste. Die Rückreise nach Negombo war noch einmal etwas anstrengend und wir verbringen die letzten Stunden dann wieder in Seethas Hostel und genießen nocheinmal gemeinsam das tolle Abendessen bei Ihr. Anschließend bringe ich die Beiden zum Flughafen und verabschiede mich schweren Herzens von Ihnen. Auf dem Rückweg vom Flughafen ziehe ich bereits meinen imaginären Trauerflor über den Oberarm. Nach einer netten Gesprächsrunde im Guesthouse mit zwei anderen deutschen Gästen denen ich für den folgenden Morgen auch noch ein günstiges TukTuk zum Flughafen besorgt habe, zieht es mich noch in ein Restaurant in dem angeblich noch eine Runde Reggae Live Musik gespielt wird. Wie sich nach über einer Stunde Wartezeit herausstellt handelt es sich eigentlich um Daniel (Sydney), Jill (Boston) und Michael (Colombo) die an den Tagen zuvor immer eine kleine Jamsession abgehalten haben. Wir kommen sofort ins Gespräch kurz darauf setzen sie mich ins Bild, dass Sie nach einer kleinen Stärkung die Location wechseln wollen. Gesagt, getan. Es macht Spaß und Sie haben eine Ukulele, ein Didgeridoo, Trommeln, Schellen und Rhytmuseier dabei. Die Musik klingt gut, die Leute haben Spaß und das Einzige was dabei stört sind die zwei Betrunkenen die uns gefolgt sind und total unrhytmisch mit den Eiern herumwirbeln, trommeln wollen (was wir noch verhindern konnten) und ihr grausiges mitgeheule. Es kann halt nicht immer alles klappen.

Das war es nun auch schon wieder zu den letzten Tagen, zwar ist nichts großartig spannendes passiert, aber es war schön hier in Sri Lanka, ich genieße die restliche Zeit und fliege dann weiter nach …

AUSTRALIEN!

Hier gibt es auch schon einen Kontakt zu einem Rollhockeyverein in Perth, mal sehen ob es vielleicht mit einem kleinen Training klappt!

Ich möchte mich hier auch noch einmal recht herzlich bei der Lene und der Sabine bedanken, die Tage mit euch in Sri Lanka waren sehr schön und ich vermisse euch jetzt schon, danke auch für die sprichwörtlich schwere Last die Ihr mir von den Schultern genommen habt und mit zurück nach Deutschland nehmt. Geschätzt sind das circa 5 Kilo Gepäck gewesen die ich nicht benötige oder unterwegs wieder besorgen kann zur Not und mein Rucksack ist jetzt halb leer!

Vielleicht animieren die Erzählungen oder die Bilder der Beiden euch auch dazu mich irgendwo in der Welt zu besuchen!

Also vielleicht bis bald!

P.S. Die zweite Sonnenbrille ist jetzt auch schon im Eimer, zum Glück kauf ich immer nur 1 € -2 € Brillen oder bekomm sie geschenkt!
(22 Fotos)