Reisebericht Teil 6

Reisebericht Teil 6 :

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Ein bißchen wehmütig verließ ich Sri Lanka und flog ins teuere Australien. Doch schon am Flughafen wurde es schon wieder lustig, ich in T-Shirt, kurzer Hose und ohne Schuhe bekleidet wurde von einem freundlichen Flughafenmitarbeiter vom Ende der Schlange an den Business Class Schalter geholt um dort einzuchecken. Die Augen der außenstehenden Beobachter und Mitreisenden wurden natürlich unglaublich groß und ich fühlte mich irgendwie etwas beobachtet. Warum das nun so war und er gerade mich genommen hat bleibt ein Rätsel, vielleicht dachte er sich auch einfach nur, der Arme kann sich nicht mal mehr Schuhe leisten und ich mache ihm jetzt mal eine Freude. Leider spiegelte sich das Check In Erlebnis nicht im Flieger wieder, dort hieß es dann doch wieder nur Holzklasse.

Nach einem Zwischenstop und kurzem Aufenthalt in Kuala Lumpur kam ich dann endlich in Perth an. Kaum im Wombat Backpacker Hostel angekommen ging gleich der Feueralarm los und wir mussten das Gebäude räumen (so heiß bin ich jetzt ja nun auch wieder nicht!). Nachdem alles geklärt war durfte ich endlich einchecken und mein Zimmer beziehen. Voller Tatendrang wie ich nun mal bin, wollte ich gleich noch zu einem Treffen mit anderen Couchsurfern, die sich für diesen Abend zum Freiluftkino verabredet hatten. Gesagt getan und so lief ich einmal barfuß durch die halbe Stadt und war am Ende froh, obwohl ich niemanden gefunden habe, das sie an diesem Abend ein Kurzfilmfestival übertragen haben und ich noch einige davon ansehen durfte. Meine Favoriten waren Red Nuts und Granny Smith  ich kann nur sagen, ÜBERRAGEND! Nach der Vorstellung wurde ich von einem Ehepaar mit zurück in die Stadt genommen.

Hier möchte ich auch gleich anknöpfen und sagen, es stimmt was alle sagen, die Aussies sind wirklich extrem freundlich. Man ist hier hilfsbereit, sie bedanken sich bei Ihren Busfahrern, man fühlt sich eben gleich gut aufgehoben und willkommen. In Perth gibt es im Stadtzentrum sogar 4 kostenlose Buslinien die das Besichtigen der Stadt einfach machen und zusätzlich noch freies WiFi in der Innenstadt und an allen öffentlichen Einrichtungen wie z. B. Bibliotheken.

Das größte Highlight am zweiten Tag in Australien war dann die Beendigung meiner freiwilligen zweimonatigen Vegetarierzeit in Indien und Sri Lanka. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen mit welchem Genuß ich den Burger verschlungen habe und noch mehr wie lecker er war.

Die Sehenswürdigkeiten in Perth sind alle sehr nahe zusammen, vor allem jene die ich sehen möchte, also die Kostenlosen und es lässt sich alles super zu Fuß erlaufen. Die Kunstmuseen sind toll und geben mir einige Anregungen für eventuelle eigene Projekte die ich hoffentlich dann auch mal in Angriff nehme wenn ich wieder daheim bin! 😀 Ich habe auch versucht auf den Wegen dazwischen neues Schuhwerk für mich zu kaufen, leider gibt es überall nur Flip Flops mit Gummischlaufen, was ich gar nicht mag, oder sie sind häßlich, so lauf ich eben weiter barfuß herum, was spätestens dann zu einem Problem wird wenn man abends eine Bar betreten will. So kam es auch, als ich zu einem Couchsurfertreffen ging, dass ich gefragt wurde ob ich kein festes Schuhwerk dabei habe als ich die Bar betreten wollte, glücklicherweise hatte ich meine Schuhe noch im Rucksack. Leider wiegen die immer soviel im Gegensatz zu Flip Flops. Lustig war es aber auch bei 28 Grad in einem Schuhgeschäft „WHITE CHRISTMAS“ zu hören, mit diesem Gedanken werde ich mich wohl noch etwas anfreunden müssen. Die kalte Weihnachtzeit und die dazugehörigen Märkte fehlen mir dann doch. Jedoch gibt es auch eine Art Weihnachtsmarkt in Australien und von den kulinarischen Genüssen aus gesehen finde ich ihn sogar besser als die Deutschen. Die Auswahl an verschiedenen Leckereien ist groß und sehr verlockend.

Den größten Anteil an Ausländern in Australien machen ganz offensichtlich die Asiaten unter sich aus, so blieb es natürlich nicht aus, dass es auch hier einmal zu „lustigen“ Situationen kommt. So gab es eine ältere Thailänderin im Hostel die sich schon öfter Feinde gemacht hat und an diesem Abend sollte es endgültig eskalieren. Die Szenerie beginnt damit, dass Sie keifend hinter einem der Rezeptionisten herläuft und ständig Fotos macht. Dieser forderte Sie an der Rezeption angekommen auf, es zu unterlassen ständig Fotos von Ihm zu machen. Da Sie natürlich nicht aufhörte entriss er Ihr das Telefon worauf Sie wiederum wutendbrannt in die Rezeption stürmte und auf Ihn losging. Diese Aktion versuchten dann zwei andere anwesende Angestellte, mit mehr oder minder großem Erfolg, zu unterbinden. Das Ende vom Lied war eine zerissene Hose des Rezeptionisten und der Rauswurf der Dame aus dem Hostel, was sich natürlich noch ewig hinzog. Jedenfalls bezahlte Sie seine Hose und dafür bekam Sie ihr Handy (natürlich wurden vorher die geknipsten Bilder gelöscht) wieder zurück. Das nenne ich mal jemanden die Kleider vom Leib reißen! 😀

Am darauffolgenden Tag war es dann endlich soweit, eines meiner gesteckten Ziele für die Reise wurde zum ersten Mal erfüllt. Ich will nämlich mit anderen Rollhockeynationen in Kontakt kommen und natürlich mit Ihnen trainieren. Die Perth Scorpions waren meine ersten Gastgeber. Es war ein kleiner Verein der momentan eher wieder in den Kinderschuhen steckt. Die Senioren und die Junioren trainieren aufgrund fehlender Hallenzeiten gemeinsam. Ich wurde sehr herzlich von allen in die Gemeinschaft mit aufgenommen, musste allerdings schnell feststellen, dass die mir geliehenen Rollschuhe sich von unseren grundlegend unterschieden. Es dauert einen Moment bis ich damit umgehen konnte, sich wieder aufs Rollschuhlaufen konzentrieren zu müssen nimmt einem einen großen Teil der eigenen Fähigkeit, aber nach einiger Zeit lief es dann doch erstaunlich gut. Der große Unterschied ist der Abstand zwischen den Rollen, der größere Radstand nimmt einem extrem die Beweglichkeit, noch dazu sind in den Achsen harte Gummipuffer verbaut und die Rollen sind schmaler. Das Training tat mir wirklich gut, mal sehen ob es in den anderen australischen Städten auch so gut klappt. Auf dem Heimweg bekam ich am Bahnhof dann gleich noch eine Tageskarte geschenkt die von seinem Besitzer nicht mehr benötigt wurde und so sparte ich mir doch glatt auch noch ein bißchen mehr als 6 Dollar und genauso wie ich mich darüber freute, freute sich auch der Typ dem ich sie an meiner Endhaltestelle wieder weiter verschenkte.

Der vorletzte Tag in Perth wurde dann noch sehr unterhaltsam und hatte mal wieder von allem etwas zu bieten. Es existieren auch am anderen Ende der Welt Sitten und Gebräuche die wir nur zu gut aus Europa kennen, z. B. den Junggesellenabschied, nur hab ich in Deutschland noch nie ein Auto mit offenen Schiebedach gesehen, aus dem ein Riesenpenis herausragte und eine Horde kreischender Frauen drin saß, aber irgendwann ist ja immer das erste Mal. Da Wochenende war zeigte sich abends dann die Polizei vermehrt auf den Straßen, jedoch sind sie hier nicht nur Freund und Helfer, sondern auch Spielkamerad, erst setzten sie sich mit den ganz kleinen Bewunderern ins Polizeiauto und machten das Blaulicht an, bevor sie etwas später die etwas älteren Kinder durch die Straßen jagten, welche sich vorher am örtlichen Bahnhof geprügelt und rassistisch beleidigt hatten. Ziemlich verspielt diese australische Polizei. War aber trotzdem lustig mit anzusehen, erst machten die Kids einen auf dicken Max, kommen in Heerscharen als Schaulustige und kaum tauchte aus einiger Entfernung die Polizei auf, sah man sie in alle Himmelsrichtungen verschwinden.

In meinem Hostel habe ich auch Lukas kennengelernt, ein 2,05 Meter großes langes Elend, jedes Mal wenn ich Ihn sah, saß er beim Essen, gefühlt also den ganzen Tag. Er war vorher mit seiner Reisebegleitung Natascha in Asien unterwegs und wurde leider etwas krank und hat dort 6 Kilo abgenommen, was ein Gewicht von ca. 82 kg bedeutete. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass dies bei seiner Körpergröße viel zu wenig ist. So saß er jeden Tag da und verdrückte vergnügt seine ca. 6.000 Kalorien um wieder etwas mehr auf die Rippen zu bekommen. Er ist, wie sollte es auch ander sein, noch dazu einer der Typen mit einem hervorragenden Stoffwechsel der sowieso essen kann was er will. Ich weiß auch nicht ob es der Neid ist der aus mir spricht, aber … ach Quatsch, klar ist es der Neid! 😀 Dafür bekam ich etwas von seinem MEGAGEILEN BANANEN MARS KUCHEN ab, ich glaube die Bilder sprechen für sich. So wurden die Tage im Hostel dann auch nicht so langweilig.

Das wars auch schon wieder für dieses Mal, jetzt geht es weiter nach Melbourne, was für mich leider bedeutet, dass ich Frank „THE TANK“ nicht mehr sehen werde, da dieser momentan mit seiner Familie auf Heimaturlaub in Deutschland ist und erst wieder im Januar zurück kommt. Noch dazu kann ich das Silvesterkonzert von The Beards nicht besuchen, da ich keine 4 Wochen an der Westküste verbringen will. Jaja, Australien ist eben teuer. Dafür haben sich meine Pläne für die Zeit nach Australien schon wieder geändert, es bleibt spannend.

Ich wünsche euch jetzt schonmal eine fröhliche Weihnacht, mein weiß ja nie wann der nächste Bericht kommt.