Reisebericht Teil 9

Reisebericht Teil 9:

(Alle im Bericht erwähnten Bilder und noch mehr gibts auf Facebook, auch ohne Account!)

Langeweile, Danger 5 und ein versöhnlicher Abschluss

Die Fahrt zusammen mit David und einer Polin in Richtung Brisbane war eine sehr angenehme Fahrt durch die Nacht. Die Musik war zum ersten Mal richtig gut in meiner Zeit in Australien (abgesehen von meiner eigenen Playlist) mit viel Alternative Rock, etc. wordurch man sich auf Anhieb gut verstand. Als die Dämmerung einsetzte fing es an zu gewittern und ein wahres Feuerwerk von Farben und Lichtblitzen entlud sich in den Wolken am Himmel. Spätestens jetzt wäre ich am liebsten irgendwo im nirgendwo gesessen und hätte versucht mit der Kamera Bilder von dem Spektakel einzufangen und dabei gemütlich eine Runde im Auto abzuchillen.

Leider war ich ja nicht alleine unterwegs und somit fuhren wir weiter den Highway entlang, bis wir zum Tanken raus mussten. Hier wurde es dann wieder spannend, da wir glaube ich vier verschiedene Zapfsäulen anfahren mussten, bis eine funktioniert hat, was dem Tankwart schon sichtlich peinlich war. Komischerweise war es dann auch noch jene, auf der ein Zettel mit defekt angebracht war. Kaum zurück auf der Straße wurden wir auch schon wieder aufgehalten, dieses mal aber nicht von einem leeren Tank, sondern der Polizei, die mal wieder eine Alkoholkontrolle durchführte. Komisch fand ich das Gerät welches der Polizist vor Davids Mund hielt, denn er musste nicht wie gewohnt pusten, sondern bis Zehn zählen. Tja das scheint wohl der Fortschritt der Technik zu sein, wodurch man sich glücklicherweise natürlich auch wieder Plastikmüll spart. So durften wir dann auch kurz darauf ohne Beanstandungen weiterfahren.

Nach einem halbstündigen Powernap auf einem Parkplatz kamen wir dann am Stadtrand von Brisbane an. Ich fuhr mit der Polin das restliche Stück mit der Bahn in die Stadt, da David weiter an die Küste entlang fuhr und so war ich dann um 06:30 morgens in meinem Hostel. Leider sind nicht alle so freundlich wie in Melbourne und checken einen um 6 Uhr morgens ein, deswegen sollte ich noch bis 13:00 Uhr warten. Jedoch bemerkte ich kurz vor 12:00 Uhr das rege Treiben an der Rezeption und mit dem Gedanken sie würden jetzt die Wartenden einchecken, fragte ich freundlich wie es denn jetzt aussehen würde. Eine junge Frau antwortete mir auf eine sehr unfreundliche Art und Weise, ich müsse mich schon noch gedulden, worauf ich natürlich genauso unfreundlich antwortete was das den überhaupt soll, in anderen Hostels wäre es ja schließlich auch möglich früher einzuchecken, vor allem wenn man schon fast 6 Stunden wartet und bald 30 Stunden „ohne Schlaf“ wach wäre und pfefferte meinen Rucksack wieder auf den Boden neben den Sessel. Anscheinend hat meine laute Ansprache in der Lobby gewirkt, denn keine 3 Minuten später stand eine andere Dame neben mir und meinte ich könne jetzt einchecken und ich würde auch noch ein kostenloses Upgrade von meinem 20 Bett Zimmer in ein 8 Bett Zimmer bekommen! Manchmal muss man anscheinend erst etwas unfreundlich werden bevor etwas voran geht. Der Preisunterschied zwischen den beiden Zimmern beträgt übrigens geschlagene 5 Euro.

Die Unterbringung war ziemlich gut, leider aber ein Partyhostel und so durfte man sich jede Nacht auf eine enorme Geräuschkulisse freuen, was jedoch dank Ohropax sehr erträglich war. Weniger erträglich war die Diskoveranstaltung die ich am gleichen Abend noch besuchte. Abgesehen davon, dass ich den Altersdurchschnitt sowieso schon enorm anhob, fühlte ich mich auch so. Das Benehmen und Interagieren der vorwiegend englischen Jugendlichen war schon ziemlich belustigend und wie soll ich sagen,  befremdlich. Ich glaub das Verhalten und die Tanzeinlagen die sie hier brachten, fallen unter die Kategorie, „wehe wenn sie losgelassen, Urlaub ohne Eltern!“ Dies alles wurde dann nur noch einige Tage später von dem wöchentlichen Wet T-Shirt Contest übertroffen, bei dem ich Dinge gesehen habe, die ich nicht wiedergeben möchte! 😀

Brisbane hingegen war weniger aufregend und interessant als die Städte vorher und so stellte sich bei mir nach 3 Tagen in denen ich alles Sehenswerte soweit abgeklappert hatte, die Langeweile ein. Einzig sehr beeindrucken war im Museum für moderne Kunst, der Raum in dem das Weltall dargestellt wurde (siehe Foto). Nicht einmal die bevorstehende Asienmeisterschaft (bei uns Europameisterschaft) in Australien bemerkte man hier. Den Stellenwert erkennt man glaube ich daran, dass es noch eine Woche vor dem Start ausreichend Karten gab und die Günstigsten so ca. bei 15 $ lagen.

Nach einer kleinen Downphase entschloss ich mich dann dazu, nicht mit ein paar Anderen an der Küste entlang an das Great Barrier Reef zu fahren, sondern gleich dort hin zu fliegen, um so bald wie möglich in das nächste Land weiterziehen zu können. Denn wenn es mir auch Einige nicht glauben wollen, aber für mich persönlich ist Australien

LANGWEILIG!!!

Wieso? Keine Ahnung, Australien spricht mich eben einfach nicht an. Sicherlich, es gibt hier schöne Landschaften, eine tolle Tierwelt, schöne Städte und nette Leute und ich habe die Zeit hier auch genossen, aber es gibt hier auch keine Gegensätze. Mir fehlt einfach das Abenteuer, ein Land in dem ich niemanden verstehe, nichts lesen kann, das Geschichte und eine ganz andere Kultur besitzt als unsere Westliche, dass ist das was ich suche und möchte. In einem so teueren Land zu reisen und keine Spaß daran zu finden, das möchte glaub keiner von uns.

So flog ich dann nach einer Woche weiter nach Cairns ans Great Barrier Reef. Der Flug hatte erst einmal zwei Stunden Verspätung und es fuhr kein Bus mehr in die Stadt. Glücklicherweise wurde eine Mitreisende von ihrem Hostel abgeholt und so kam ich kostenlos mit in die nahegelegene Stadt. Das Asylum in dem ich untergebracht bin, ist mit 9 € das mit Abstand preisgünstigste Hostel, das ich hier in Australien gefunden habe und zu meiner Überraschung auch das bisher Gemütlichste. Der Gemeinschafts-/ Lobbybereich hat ein enspanntes Strandflair mit guter rockiger Musik und es gibt sogar einen kleinen Pool, noch dazu ist es sauber und gut gelegen. Was will man mehr? Lustig wurde es auch, spätestens als eine Engländerin beim AUFSTEHEN aus dem Sofa durch eben jenes krachte, oder das es genau an dem Tag, an dem ich den botanischen Garten samt Wanderweg erkunden wollte es die ganze Zeit geregnet hat. Ich habe es genossen.

Meine beiden persönliche Highlights diese Berichtes kamen aber zum Schluss dieser Woche. Einmal die australische Fernsehserie DANGER 5, die 2012 ausgezeichnete Serie ist eine im 60er Jahrestil gehaltene Interpretation des 2. Weltkrieges, in dem 5 internationale Spione es sich zur Aufgabe gemacht haben Adolf Hitler zu töten. Glaubt mir, sowas hab ihr noch nicht gesehen. Wer auf Trash steht, sollte sich das auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

Das große Highlight war dann gestern das Great Barrier Reef. Die Tour ging bereits um 8 Uhr morgens los und dauerte den ganzen Tag. Es wurden zwei verschiedene Spots am Reef angesteuert. Inbegriffen war ein 30 minütiger Tauchgang am ersten Spot, sowie Schnorchelausrüstung für den ganzen Tag. Leider konnte ich am ersten Halt kein Glasboot mehr fahren, was bestimmt schöne Bilder gegeben hätte. Die Unterwasserbilder einer jungen Frau aus meiner Gruppe sind leider nicht so toll geworden. Zudem gab es reichlich zu Essen, zu Trinken und zum Glück auch einen professionellen Fotograf mit an Bord, der das tolle Foto von mir geschossen hat. Am liebsten wäre ich den ganzen Tag getaucht, aber alles hat irgendwann mal ein Ende.

Die Halbzeit meiner geplanten Reisezeit habe ich auch schon hinter mir gelassen und fliege morgen endlich weiter, vorher geht es heute Abend aber noch zu der Pants Down Party hier im Asylum.

Ach ja, nächster Halt?!?

SÜDKOREA!!!

Bis bald!